Studentische Initiative

Achtung Abschiebungs Schild

Aufsteller „Vorsicht
Abschiebung“
um 2006 // Kunststoff
// Leihgabe
Medinetz Mainz e.V.

Man hat mich zweckentfremdet – und nun warne ich nicht mehr vor der Gefahr, auf nassen Böden auszurutschen, sondern vor Abschiebegefahr! Neben einem Pavillon und Flyern gehöre ich zum Inventar von „Medinetz Mainz e.V.“ Seit 2006 vermittelt diese Menschenrechtsinitiative Menschen mit irregulärem Aufenthaltsstatus oder ohne Krankenversicherung eine medizinische Behandlung. Zum Team gehören etwa dreißig Studierende, von denen die meisten Medizin studieren. Sie bieten jeden Montag eine offene Sprechstunde an. Im Anschluss an ein ausführliches Erstgespräch wird beraten, an welche der kooperierenden Ärztinnen und Ärzte die Patientin oder der Patient vermittelt wird.

Medinetz ist eine von rund achtzig Gruppen und Initiativen, in denen sich Studierende an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz engagieren. Das Spektrum der Aktivitäten ist breit und vielfältig: vom „Debattierclub Johannes Gutenberg e.V.“ und der „Initiative Arbeiterkind.de“, die Studierende aus nicht-akademischen Familien unterstützt, über die „Refugee Law Clinic Mainz“ und den „Verein Campus Mainz“, der sich der Förderung des Campuslebens verschrieben hat, bis hin zu den hochschulpolitischen Gruppen und den zahlreichen Kulturinitiativen zu Film, Theater, Tanz und Musik. Für alle Studierenden ist etwas dabei.

Ich träume davon, dass irgendwann alle Menschen regulär und dauerhaft Zugang zu medizinischer Versorgung haben. Dann kann ich endlich wieder meine ursprüngliche Aufgabe erfüllen: auf einem frisch gewischten Boden stehen und meinen alten Schriftzug „Achtung Rutschgefahr“ tragen.

Caroline Dörr

Studentin der Kulturanthropologie/Volkskunde

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