Spannende Kriminalfälle und politische Verwicklungen

Arbeit Malu Dreyer

Hausarbeit im Strafrecht
und Klausur im
öffentlichen Recht
Malu Dreyer // Wintersemester
1982/83
bzw. 2.4.1983 //
Papier, Kunststoff //
Leihgabe Malu Dreyer

„Playboy“ Paul hegt eine Leidenschaft für Modelleisenbahnen und stiftet seinen alten Schulfreund Fritz dazu an, eine seltene, unverkäufliche Miniaturdampflokomotive zu entwenden. Während er seinen Freund um einen Teil des vereinbarten „Honorars“ betrügt, schickt er dem Eigentümer der Lokomotive anonym eine Entschädigung zu. Wie haben sich Paul und Fritz strafbar gemacht?

Ein Kriminalfall voller Verwicklungen und Zufälligkeiten und doch alltäglich – jedenfalls im Jura-Studium. Eine der Studentinnen, die sich 1983 mit diesem Fall befassen durfte, war die heutige rheinland- pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (*1961). Sie studierte von 1980 bis 1987 an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Für die Hausarbeit zur Vorlesung „Strafrecht für Fortgeschrittene“ erhielt sie ein „vollbefriedigend“, eine sehr gute Note für angehende Juristen. „Eine sehr fleißige Arbeit“, notierte der korrigierende Dozent.

Auch ihre erste Klausur zu den „Übungen im öffentlichen Recht für Anfänger“ wurde mit „vollbefriedigend“ bewertet. Mit akkurater Schrift widmete Malu Dreyer sich auf fünf Seiten den Fragen, ob in einem fiktiven Fall das Misstrauensvotum des Bundestags gegen einen Bundeskanzler wirksam ist und inwieweit der Bundespräsident die Möglichkeit hat, die Amtseinsetzung eines neugewählten Kandidaten zu verweigern. Zwar trat Malu Dreyer erst nach ihrem Studium, dem anschließenden Referendariat und ihrer Tätigkeit als wissenschaftliche Assistentin an der Mainzer Universität in die SPD ein – vielleicht aber wurde ihr Interesse für Politik schon im Studium durch solche kniffeligen Fälle geweckt.

Anke Wichmann

Studentin der Kulturanthropologie/Volkskunde

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