Ein berufsgruppenübergreifendes Arbeitsgerät

Dienstrad

Lastenfahrrad
Fa. Falter-Fahrzeug-
Werke // 1989 //
Metall, Kunststoff,
Gummi // Studium
Generale

Forschende und Lehrende – dies sind die Berufsgruppen, die mit einer Universität verbunden werden. Doch sind diese nicht nur in sich schon sehr heterogen, an der Mainzer Universität sind darüber hinaus auch zahllose weitere Berufe vertreten: Tischlerinnen und Mechatroniker, Zeichner und Köchinnen, Bibliothekare und Gärtnerinnen, Tonmeisterinnen und Erzieher u.v.m. So unterschiedlich ihre Aufgaben sind, wirken sie alle daran mit, den Hochschulbetrieb zu gewährleisten.

Und auch ein bestimmtes „Arbeitsgerät“ verbindet viele Tätigkeitsfelder. Die Schreinerei besitzt eins, die Universitätsbibliothek gleich zwei, an mehreren Instituten wurde eins gesichtet und das Studium Generale verfügt ebenfalls über eins ... – ein Lastenfahrrad. Die schweren, robusten Fahrräder besitzen eine große Ladefläche über dem Vorderrad. Teils sind sie individuell gestaltet, wie das Exemplar des Studium Generale, das von einer studentischen Mitarbeiterin mit einem goldenen Schriftzug verziert wurde. Auf dem ausgedehnten Campus sind sie praktische Hilfsmittel – die Amtsbotin der Universitätsbibliothek bringt per Fahrrad Briefe zur Poststelle, die Handwerker radeln zu ihren Einsatzorten, die studentischen Hilfskräfte des Studium Generale verteilten mit Hilfe des Dienstfahrrads Veranstaltungsplakate und auch der langjährige Leiter des Studium Generale, Professor Otto Saame (1928- 1994), nutzte es gerne, um zu Besprechungsterminen zu fahren.

In neuerer Zeit haben die Zweiräder Konkurrenz in Gestalt von kleinen dreirädrigen Lastenautos und Motorrollern bekommen. Diese werden aber längst nicht so status- und disziplinenübergreifend genutzt wie ihre unmotorisierten Vorgänger.

Vera Hierholzer

Leiterin der Sammlungskoordination

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