Eine kurze Tradition

Zepter

Mainzer Universitätszepter
Goldschmied Ernst
Foltz // 1963 // Ebenholz,
Gold, Silber,
Edelsteine (Silex und
Amazonit) // Universitätsarchiv

Die Idee zur Herstellung und zum Erwerb eigener Amtszepter als Hoheitszeichen des Rektors der Universität kam in Mainz erst Ende der 1950er Jahre auf. Einer der Initiatoren war der Kunsthistoriker Fritz Arens (1912-1986), der 1959 einen Artikel über Zepter veröffentlicht hatte und entschieden für ein Wiederaufleben dieser akademischen Tradition eintrat. Die Universität beauftragte schließlich den Mainzer Gold- und Silberschmiedemeister Ernst Foltz mit der Fertigung der Zepter.

Die aus Ebenholz hergestellten Zeremonienstäbe sind mit Edelsteinen verziert und mit Figuren aus Gold und Silber gekrönt, die den Heiligen Martin, Patron des Mainzer Doms, sowie die Eule als Symbol der antiken Göttin der Weisheit, Athene, darstellen. Die Edelsteine waren eine Stiftung der für ihr Edelsteinvorkommen bekannten Stadt Idar-Oberstein.

Im Wintersemester 1963/64 wurden die Zepter bei der Rektoratsübergabe zum ersten Mal in Gebrauch genommen. Feierlich trugen zwei Pedelle an der Spitze des Zuges der Professoren sie dem alten und dem designierten Rektor voraus. Doch genutzt wurden sie nur fünf Jahre lang, da die traditionelle Form der Rektoratsübergabe bereits 1968 infolge der massiven Studentenproteste abgeschafft wurde und man damit keine Verwendung für die Zepter mehr hatte. Eingelagert in einem Schrank in den Räumen der Universitätsverwaltung gerieten sie in Vergessenheit, bevor sie 2015 zufällig wiederentdeckt und an das Universitätsarchiv übergeben wurden.

Eva Burger

Studentin der Kulturanthropologie/Volkskunde

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