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Fotoalbum Erika Sulzmann

Fotoalbum
Erika Sulzmann //
1954 // Papier, Pappe,
grobes Leinen //
Sulzmann-Archiv,
Institut für Ethnologie
und Afrikastudien

Reiseschreibmaschine
Fa. Olympia, Typ Robust
// 1940er Jahre //
Metall, Kunststoff //
Sulzmann-Archiv,
Institut für Ethnologie
und Afrikastudien

Wir schreiben das Jahr 1952. Es ist noch früh im äquatorialen Regenwald hier im Belgisch-Kongo, aber bereits sehr warm. Man hört hier und da die Tiere rufen, die Frauen der Ekonda beginnen ihre täglichen Aufgaben und die Männer führen ihre Arbeiten aus. Kinder rennen über den Dorfplatz, sie spielen und lachen gemeinsam. Und mittendrin sitzt Erika Sulzmann mit ihrer treuesten Begleiterin, ihrer Reiseschreibmaschine. Bereits seit einem Jahr ist die Mainzer Ethnologin gemeinsam mit dem Doktoranden Ernst Wilhelm Müller im Kongo unterwegs und sie werden erst nach insgesamt mehr als zwei Jahren wieder nach Mainz zurückkehren, mit vielen neuen ethnologischen Forschungserkenntnissen im Gepäck. Die beiden Wissenschaftler des damaligen Instituts für Völkerkunde der Universität Mainz (heute: Institut für Ethnologie und Afrikastudien) erforschen die Lebensweise der Ekonda, darüber wird Ernst Wilhelm Müller schließlich auch seine Dissertation verfassen.

All ihre Gedanken und Überlegungen hält Erika Sulzmann schriftlich fest: Jeden Tag tippt sie diese Forschungsnotizen Wort für Wort auf der Schreibmaschine ab. Die aufschlussreiche und interessante Forschung wird zudem fotografisch dokumentiert.

Diese Erinnerungen sind heute noch nachzuvollziehen in dem Fotoalbum, das Erika Sulzmann (1911-1989) nach der Reise für Ernst Wilhelm Müller (1925-2013) angelegt hatte. Mit viel Liebe zum Detail wird jedes Foto durch einen kleinen, begleitenden Text erläutert – ebenfalls mit der Reiseschreibmaschine geschrieben.

Samantha Beck

Studentin der Archäologie

Forschungsreise zu den Ndengese am Sankuru (DR Kongo), Foto: Charles Hénault, 1979
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