Dankbare Gesten

Studentische Gastgeschenke

Studentische
Gastgeschenke
2000er Jahre // Kunststoff,
Papier, Holz,
Glas, Messing // Internationales
Studien- und
Sprachenkolleg

Als Mitarbeiterin des Sprachenzentrums laufe ich regelmäßig an ihnen vorbei und meine Blicke streifen sie meist nur beiläufig, obwohl sie Symbole interessanter Begegnungen sind, die an genau diesem Ort stattgefunden haben. Farbenfroh und individuell kommen sie daher und haben ihre ganz persönlichen Geschichten zu erzählen: Gastgeschenke, die ausländische Studierende aus allen Teilen der Welt mit nach Mainz gebracht haben. Bei mittlerweile fast 4.000 internationalen Gaststudierenden jedes Jahr, von Australien bis nach Peru, ist das eine bunte Vielfalt.

Da wäre zum Beispiel das Glasfläschchen, mit buntem Sand so befüllt, dass man ein Kamel und den Namen „Muller“ sehen kann. Dieses kreative Geschenk aus Ägypten war an die ehemalige Leiterin des Sprachenzentrums, Frau Müller-Küppers, gerichtet und zeugt von großer Hochachtung des Gaststudierenden. Auch die goldenen Miniatur-Pyramiden und der Kerzenhalter in Form einer Kobra als Symbol für Weisheit und Erkenntnis wurden sicherlich mit Bedacht gewählt. Daneben spiegeln zwei prachtvolle Fächer sowie eine chinesische Theaterfigur den langjährigen Austausch mit asiatischen Ländern wider.

Eines wurde mir bei meinen Nachforschungen schnell klar: Hinter den Geschenken stecken viele Emotionen und (individuelle) Reisen. Eine Frage bleibt mir jedoch: Was mögen wohl die ersten internationalen Gaststudierenden gedacht haben, als sie sich an der damals nur wenige Jahre alten Johannes Gutenberg-Universität einschrieben – etwa die vierzig iranischen Studierenden, die 1952 die größte Gruppe ausländischer Studierender bildeten?

 

Ronja Schneider

Studentin der Kulturanthropologie/Volkskunde

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