Versammelte Prominenz

Goldenes Buch

Goldenes Buch der
Johannes Gutenberg-
Universität
Mainz
Goldschmied Fritz
Kemter, Freiburg //
Buchbinderei Albert
de Jaeger, Baden-
Baden // 1949 //
Leder, Papier, Metall,
Emaille //
Universitätsarchiv

Als der französische General Pierre Koenig, Mitinitiator der Wiedereröffnung der Mainzer Universität und Stifter des Goldenen Buchs, im August 1949 seinen Namen auf der ersten Seite eintrug, konnte er noch nicht wissen, welche berühmten Persönlichkeiten ihm folgen würden: Bundeskanzler und Bundespräsidenten gaben sich ebenso die Ehre wie Staatsoberhäupter anderer Länder. 1981 trug sich sogar Papst Johannes Paul II. (1920-2005) in das Buch ein, dafür nahm es der damalige Universitätspräsident Professor Manfred Harder eigens mit zu einer Privataudienz im Vatikan. Eine der individuellsten Signaturen hinterließ der polnische Komponist Krzysztof Penderecki (*1933). Er verewigte sich 1993 nicht nur mit seiner Unterschrift, sondern schrieb auch einige Noten aus seiner Lukas-Passion dazu.

Der großformatige, in rotes Leder gehüllte und aufwendig mit emailliertem Buntmetall beschlagene Prachtband diente der Johannes Gutenberg-Universität von 1949 an fünfzig Jahre lang als Goldenes Buch. Den Hauptschmuck bildet eine im Stil eines Kirchenfensters gestaltete Emaillearbeit mit einer das Rektoratssiegel der alten Mainzer Universität aufgreifenden Marienfigur im Zentrum. Flankierend dazu sind Darstellungen der sechs Fakultäten zu sehen, die zum Teil auf die Motive der Fakultätssiegel der alten Universität zurückgehen: links die Medizinische, die Naturwissenschaftliche und die Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, rechts die Katholisch-Theologische, die Evangelisch- Theologische und die Philosophische Fakultät.

Christoph Baßler, Eva von Essen

Studierende der Archäologie

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